(Molde)

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IV

O diese Vormittage, trunken von Glanz und Glück!
O dieser Meeres-, Berges-, Himmelsbläuen seliges Spiel!
Wenn über des Fjordes lichtazurne Fläche so
ein leichter Wind mit violendunklen Fluten naht!

5

Du stehst und wartest auf dem sonnigen Dampfschiffsteg;
und wie die vorderste Welle sich am Pfeiler bricht
und dich der erste Hauch anatmet, frisch und kühl,
da trifft er auf dem glänzenden Spiegel deines Augs
verwandte Feuchte, - und du schauerst im Innersten.


V

Die schneebedeckten Gipfel rötet Abendlicht.
Die Heiterkeit der Gletscher! Keines Menschen Fuß
entweiht des Himmels kühles, reines Höhngeschenk,
den Blütenschnee vom Weltbaum der Erkenntnisse.

5

Ein Regenbogen wächst von ihnen zu mir her, -
die einzige Brücke zu der grünen Welt und mir.
Und flüchtig misst mein leichter Geist die bunte Bahn -
und salbt sich mit dem roten, reinen, kühlen Schnee...
und schon verblasst Rückeilendem so Luft wie Firn.


VI

Tiefsinnig blaun die Berge durch die Dämmernacht,
(Im Dorf die Glocke scholl soeben zwölf)
vom wolkenvollen Himmel brütend überdrückt,
vom regungslosen Fjorde bleiern eingefasst.
Und eine Stille! Hämmer schmieden hallend Erz,
unzählige Glocken läuten Sturm, - Gesang
erfüllt die Lüfte, - Unterweltliches reckt sich dumpf, -
ein Ringen wie von Schatten wälzt sich durch den Raum, -
und aus der Ferne klagt ein langgezogener Ton - - -


VII

Schon graut der Tag. Und ist noch Mitternacht.
Die Meisen zwitschern schon im erwartungsvollen Wald.
Die Tannen atmen stärker in der kühlem Luft.
Die kleinen Quellen schwatzen schon, geschäftig wach.

5

(Ganz anders redet solch ein Quell in dunkler Nacht.)
Und von des Berges Gipfel, dem der Osten schon
sich rötet, kommt ein Wandrer durch den Wald herab
und singt des Lands schwermütige Lieder vor sich hin, -
und Tränen stürzen ihm ins Aug', indes er singt.

 

 

Lyrik | Und aber ründet sich ein Kranz
Wir merkten bald im Reden-Wechselspiel | Wir wussten uns nichts mehr zu sagen | Mit dir, wer weiß, würd' ich noch manche Pfade | Auch bist fremd und feind den großen Worten | Schneefall | Wie kam es nur? | Du bist so weit oft fort | Vergessen | Ein Weihnachtslied | Deine Rosen an der Brust | Den langen Tag bin ich dir fern gewesen | Ich wache noch in später Nacht und sinne | Du bist mein Land | Es kommt der Schmerz gegangen | In einer Gletscherspalte | Mit einem Lorbeerblatt | Und wir werden zusammen schweigen | Und so verblasste goldner Tag | Lärchenwald im Wintermorgenstrahl | O braune, nährende Erde, so lange schliefst | Die Berge stehn | Mond am Nachmittag | Ein Wassertropfen in verschlungnen Kehren | Ein Schlänglein dehnt sich übern heißen Steig | (Nordstrand) | (Molde) | (Bergen) | O sieh das Spinnenweb im Morgensonnenschein | Einer Schottin | Einer jungen Schweizerin | Was kannst du, Süße, wider dies, dass so schön | Wer seine Sehnsucht so wie einen dritten Gaul | O Schicksal, Schicksal, Schicksal, warum gabst mir | O Seele, Seele mit dem beweglichen Spiegel | O, wer sie halten könnte, die hellen Gedanken, die | Ode an das Meer | Caesari immortali | Vor einer Büste Schopenhauers | Nur immer rein des Zweifels ewig spülenden Quell | Noch niemals fiel es irgendeinem Volke ein | Das Unerträglichste, was es auf Erden gibt | (Segantini) | An Ludwig Jacobowski (†) | Du hast nie andre denn dich selbst gehört, mein Freund | Hab' ich dich endlich, armer Freund, dahin gebracht | Man preist's Resignation; doch endlich ist es nichts | Den stehngebliebnen Zeiger meiner kleinen Uhr | Wer wahrhaft Künstler, lacht des ganz Armseligen | (Nietzsche) | Wind, du mein Freund | Glückselig nach dem Regen lacht | Butterblumengelbe Wiesen | Von Frühlingsbuchenlaub ein Dom | Feuchter Odem frischer Mahd | Das sind die Reden, die mir lieb vor allen | Wie der wilde Gletscherbach | Bergschwalben rauschen durch die Luft | Des Morgens Schale quillt von Sonnenlicht | Welch ein Schweigen, welch ein Frieden | Bleich in Sternen steht der Raum | Inmitten dessen, was wir uns erzählten | Ich liebe dich, Seele, die da irrt | Was denkst jetzt | O weine nicht! Ich weiß, ich tu dir weh | Nebelgewölke, den Berg entlang | Sahst nie der Dämmrung grelle Helle | Augusttag | Septembertag | Vorabendglück | Abendkelch voll Sonnenlicht | Es gibt noch Wunder, liebes Herz | Ein Wanderlied, vom Abendwind vertragen | Und wenn du nun zur dunklen Ferne treibst | Mit diesem langen Kuss | Liebe, Liebste in der Ferne | Und aber ründet sich der Kranz | Erster Schnee


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 1, S. 387f.