An den Wald

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Wie wärst du mir so tief vertraut,
war' deine schauernde Seele nicht
seit meiner Jugend erstem Licht
meiner schauernden Seele Braut!

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Ich muss dich nicht erst suchen gehn,
ich fühle dich so tief wie mich;
wenn dunkel deine Wipfel wehn,
erschaur' ich mit, dein andres Ich.

Ich bin das Moos auf deinem Grund

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und bin der Hirsch, der dich durchsteigt,
und bin dein höchstes Vogellied
und bin die Nacht, die dich beschweigt:

Mit tausend Sternen dich beschweigt,
mit tausend Strahlen dich durchlauscht,

15

und bin der Strom, der dich durchrauscht,
und mich, die Nacht, mir selber zeigt.

 

 

Lyrik | Nachlese zu Einkehr
Mein Tetragramm | Wechselnd Wollen | Fisch und Wind | Oh welch Gefühl | Gewaltig segelst du mit mir | Noch jüngst gehasst | Wessen Blick aus nackten Bläuen | Das Kornfeld | An den Wald | Rings um uns | Einen moosbegrünten Ort | (Fragmentarisch) | Mattenwanderung | Regengeschwellt (o. T.) | Bergwasser um Mittag | Der Bergbach | Fels, auf dem Äonen | Durch einer Felsenkluft | Die Glocke | Das Tal | Sonntagmittag in Meran | Der Tor | Die verlassene Sennhütte | Ja, recht, Natur | Abendstrophe | Nachtlied | Nacht | Gruß und Gegengruß durch die Nacht | Nachtanbruch | Nächtliches Erwachen | Mensch und Blitz | Der Einsiedler | Einsiedelwunsch | Warum durchglüht mein Wesen | Frühlingsahnung | An eine Fächerpalme | An meinen Teekessel | Mein Ofen ist ein weißer Bär | Winternacht | Groß ist die Welt | Zyklus Die Wunderfrucht | In vinculis - libertas | Progressus dei | Meinungs-Moment | Der Name Mensch | Wir Menschen sind | Lied der Erde an den Menschen | Im Anfang war


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 119