An die Tiere

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Mein Bruder, mein Geschwister Tier - komm her,
(hat man auch dich entgeistert zur Maschine?)
kommt her, du Katze, Vogel, wilde Biene, -
ihr Siege nicht ersättlicher Begehr!

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Aus euch ja komm ich, noch von Erde schwer,
dass ich urewiger Kraft und Sehnsucht diene,
noch hab ich eure Seele, eure Miene,
nur Selbsterkenntnis ist mein schmerzlich Mehr.

Ihr fragt: "Doch wenn wir euch so viel gegeben, -

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wie seid ihr oft gar undankbare Erben!
Wir morden, ja! Doch Ihr ersannt das - Töten!"

Doch höret: Tod ist ja kein Raub an Leben.
Wir müssen? nein! wir - wollen alle sterben!
Denn endlos locken neue Morgenröten.

 

 

Lyrik | Ich und Du
Meiner lieben Frau
Sonette I: Der Morgen | Auf Wieder-Hören | Sie spricht | Das Landhaus | Die Bank | Die Uhr | Schirokko | Meran-Vineta | Schauder | Abgrund | Das schnellste Ross | Brand: | Agnes: | Ein Gleichnis | Ein anderes | Der Abend ruft: | Abends hinunter | Mondnacht über Meran
Ritornelle: Du warst mir heut | In meinen Tränen | Die blassen Blätterschatten | Wir mischen unsre Wesen | Wie du Personen oft vergleichst | Auf der Treppe sitzen meine Öhrchen | In einer Nacht | Ich hebe gerne Blumen | Was ist das | Ist es Herbstlaub | Dämmrig blaun im Mondenschimmer | Ja, wenn ich jetzt nur noch | Vielleicht kehrt sich's | Vor dir schein ich aufgewacht | So ziehn zwei Flammen | Es gilt fast mehr als dich | Wie Sankt Franziskus schwebt ich | Wie eine Nonne schwarz | Wie sehr versteh ich | Ein paar Pappeln | Dies ist das Wunderbarste | Das Tier, die Pflanze
Lieder: Kind, wie eine Wolke | Der Morgen war von dir erfüllt | Es ist Nacht | Nimm an, es gäbe einen Himmelsherrn | Der Morgen war | Hochsommernacht | Ein einunddreißigster August | Überetsch
Sonette II: Die zwei Ozeane | Er | Sie | Sternenstil | Vermessenheit | Schachsonett | Humor | An die Tiere | In aeternum | Oh, ich verleumde meine Erde nicht | Es ist so viel | Ich schein ein Doppeltes | Quellen des Lebens | Nun wollen wir uns still die Hände geben


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 167