An einen Streber

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Du weißt dich über vieles zu verbreiten,
vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen -
doch sprich! Was soll das tote Wissen frommen,
verstehst du nicht Moral draus abzuleiten!

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Wohl schweift dein Blick durch alt' und neue Zeiten,
allein dein seelisch Aug' ist trüb, verschwommen:
Ob du den Mund auch stets recht voll genommen -
nicht bargst du deiner Denkart niedre Seiten.

Ein feiler Kriecher vor den Einflussreichen,

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ein kühner Tadler aller Einflusslosen,
so haltlos schwankend wie das Schilf, das hohle,

so stehst du da und dünkst dich ohne Gleichen,
und hältst dich noch bestimmt zu manchem Großen -
ein Streber von dem Scheitel bis zur Sohle.

 

 

Lyrik | Gedichte aus dem Nachlass Teil 1
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Der Tod erst | Warum, warum ach | Ad astra | Warum das Leben hassen | Schenk, Muse | Für ein Stammbuch | Verloren stand ich | Wie oft wohl | Es rollt das Jahr | Rudelstadt, Sommer 1890 | Der Melderbaum | Die Sonne lockt | Weltfreude | Am Bergeshang | Gott der Träume | Ewige Gottheit | An einen Freund | Abschied vom Zobten | An einen Streber | Einer jungen Freundin ins Stammbuch | 2. August 1891 | Ich möchte größer sein | Dichters Dank | Schlummern möcht' ich | Auch mir wird | Wann kehrst du je | Ich seh' die Lande | Geisterzug | Worte des Trostes | Den 'ethischen Bilderstürmern' | Es leiht mir wunderbare Stärke | O nur vor einem | Ob in Schnee und Eis | Was ging mir nicht | Als ich mein erstes Lied | Wenn ich die alten Blätter | Ode | Mein Leben ist der Woge | Ob du im Arm | Die Nacht ist still | Nichts herrlicher | Ich möchte blut'ge Tränen | Zu den Vorgängen bezüglich der "Emser Depesche", November 92 | Der Säemann | Ahnung des Kommenden


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 1, S. 521