Aphorismen - In me ipsum - 1895

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   S. 16

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...

1895

[16]
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Ich höre die Arbeit des Todes.

[17]

Ich selbst: Meine Zusammensetzung.


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[18]

O tiefe Liebe, die mich zu allem beseelt.

[19]

Mir ist mein ganzes Leben zu Mut, als ginge mein Weg oft an der
Hecke des Paradieses vorbei. Dann streift mich warmer Hauch,
dann mein' ich, Rosen zu sehn und zu atmen, ein süßer Ton rührt

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mich zu Tränen, auf der Stirn liegt es mir wie eine liebe, friedegebende
Hand - sekundenlang. So streife ich oft vorbei an der
Hecke des Paradieses...

[20]

Möchte gern noch oft erwachen, stets als großer Künstler.

[21]

Es gibt nur eine Rettung: Vor dem Ekel muß man sich durch

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Lachen schützen.

[22]

Oberster Grundsatz für all meine Satiren: Eiserne Gerechtigkeit .


[23]

Ich - Satiriker? Etwas mehr Unerschrockenheit, wenn ich bitten
darf.

[24]
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Mich selbst - lang noch nicht offen und grausam genug.

[25]

Wenn ich mal in den Himmel kommen sollte, würde ich mir vom
lieben Gott Kriminalromane ausbitten, um die Langeweile am
besten zu vertreiben.

[26]

Gebet um Wiedergeburt als "Heiliger", als Genius!

   S. 18

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[27]

Was ist mein Einzelschicksal, wenn ich recht die große Tragik
alles Lebens betrachte!

[28]

So wie ich hier mein Ich ins Meer werfe, damit es mir wiederkomme
aus dem Meere, so werfe ich mein Herz in meine Zeit,

5

damit es zum Herzen mir — wird -.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 5, S. 16ff.