Aphorismen - Kunst - 1912

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1912

[401]
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Wir sollten das Wort häßlich allmählich ganz vermeiden und
durch nachdenklichere Worte ersetzen lernen. Häßlich heißt des
Hasses würdig, hassenswert. Das ist aber nichts, nicht einmal das
Schlechte und Böse, es sei denn das in uns selbst.

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Wir beweisen durch unsere kritische Stellung zu dem vielleicht

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oft anfechtbaren Menschlichen großer Künstler nichts, als daß
uns durchaus nie zu lebendigem Bewusstsein gekommen ist, was

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ein solcher Künstler für den Menschen, für uns wirklich bedeutet.
Wir können kalten Herzens den "Menschen" Wagner ablehnen,
ja schmähen und damit es ganz für nichts erachten, daß täglich
Ströme des Segens von ihm ausgehen, Ströme der Kultur, der

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Erhebung aus dem profanen Alltag, der Reinigung durch geistige
Mächte.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 5, S. 98f.