Aphorismen - Literatur - Nietzsche - 1907

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   S. 131

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1907

[556]

Nietzsches Lehre von der ewigen Wiederkunft: Man halte ihren
biologisch-ethischen Grundgedanken sowie die Lehre vom
Übermenschen gegen Kants kategorischen Imperativ, und sie

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werden ihm an ideeller Großartigkeit nichts nachgeben und als
leidenschaftlicher Appell an die menschliche Armee in demselben
Verhältnis zu ihm stehen, wie zum einfachen "ich erwarte,
daß heute jeder seine Pflicht tut" das grandiose "Soldaten, vierzig
Jahrhunderte blicken auf Euch herab!".

[557]
10

Ich kann damit nichts anfangen, - Nietzsche sei vor allem ein
großer Künstler, ein großer Stilist, Artist gewesen. Was heißt das,
vor allem. Was macht denn den großen Stil, wenn nicht der
Mensch von überragendem Rang, der geborene Führer und
Schöpfer? Und wo Nietzsche das nicht war - und er vergaß

15

manchmal seinen Rang und führte weder noch schuf - da taugte
auch sein Stil nichts, da war er auch nur ein Manierist seiner
selbst.

[558]

Nietzsche, die große Antithese seiner Zeit.

[559]

Beim Vorlesen einiger Nietzschescher Aphorismen: - Geistige

20

Austern.

[560]

Man kann Nietzsche aus zehn Zeilen erkennen lernen und aus
zehn Büchern - verkennen.

[561]

Welch ein unnützes Geschwätz, Nietzsche habe die napoleonische
Natur deshalb vor allem geliebt, weil er selbst keine gewesen

25

sei. Herr Müller also ist ein Napoleon, weil er die Napoleons -
nicht liebt.

 

 

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Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 5, S. 131