Aphorismen - Psychologisches - 1897

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   S. 256

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1897

[1162]

Es ist schön, zu denken, daß so viele Menschen heilig sind in den
Augen derer, die sie lieben.

[1163]
10

Es gibt kaum eine größere Enttäuschung, als wenn du mit einer
recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen
kommst.

[1164]

Ein Weib ohne Bescheidenheit ist dem Manne das Greuel
aller Greuel.

[1165]
15

Daß der moderne Mensch nicht schreien soll, ist eine seiner qualvollsten
und verderblichsten Forderungen an sich selbst.

[1166]

Der Mann mit Luftballons: Ideale! Kauft Ideale!

[1167]

Je mehr Bewegung man in seinem Geiste auffaßt, je glücklicher
ist man. Überall die Bewegung aufzeigen, das schafft das meiste
Glück.

   S. 257

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[1168]

Wie wunderbar! da spitzt jemand ein paar hundert Meter weit
von mir, auf der Straße unten, den Mund auf verschiedene Weise
und stößt durch diese Öffnungen Luft heraus und setzt sich damit
mit Hunderten in direkte Verbindung.

[1169]
5

Wer einmal gefühlt hat, wie das Christentum unsere natürlichsten
Triebe, vor allem den Geschlechtstrieb, entwürdigt und verseucht
hat, der möchte an Haß sterben.

[1170]

Es gibt Menschen, deren einmalige Berührung mit uns für immer
den Stachel in uns zurückläßt, ihrer Achtung und Freundschaft

10

wert zu bleiben.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 5, S. 256f.