Aphorismen - Psychologisches - 1898

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   S. 257

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1898

[1171]

Sitze auf einer Bank beim Hause und sehe in drei großen Wegblöcken
die Häupter dreier eingegrabener Sphinxen. Taufe sie
Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Vater schläft. Der Sohn hat

15

einen pessimistisch verzerrten Mund. Der Heilige Geist sieht
Leibniz ähnlich.

[1172]

Ist es nicht schon eine Grobheit und Geschmacklosigkeit (seiner
eigenen Kritik gegenüber) von sich als von einer "feinen, höheren
Natur" zu reden?

[1173]
20

Erst das Denken weist dem Gefühl seine Betten. Gefühl an und
für sich ist wie unartikuliertes Grunzen. Die Gefühlsbetten sind
offenbar erblich.

[1174]

Die Sentimentalen haben's alle schlecht. Sie sind das eigentlich
schwache Geschlecht und machen die andern nur krank.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 5, S. 257