Das Gebet (aus Galgenlieder)

Aus DCMA
Wechseln zu: Navigation, Suche
       

 

Die Rehlein beten zur Nacht,
hab acht!

Halb neun!

Halb zehn!

5

Halb elf!

Halb zwölf!

Zwölf!

Die Rehlein beten zur Nacht,
hab acht!

10

Sie falten die kleinen Zehlein,
die Rehlein.


Anmerkung

Die Rehlein usw. - Reh (Cervus CapreolusL.) aus der Familie
der Hirsche, 1,25 m lang bis 30 kg schwer, in Europa bis 58°
nördl. Breite, auch in Asien. Vgl. Dombrowski (1876), Eulefeld
(1896).

 

 

Humoristische Lyrik | Galgenlieder
Titelblatt | Widmung | Versuch einer Einleitung | Laß die Moleküle rasen | Bundeslied der Galgenbrüder | Galgenbruders Lied an Sophie, die Henkersmaid | Nein! | Das Gebet | Das große Lalulā | Der Zwölf-Elf | Das Mondschaf | Lunovis | Der Rabe Ralf | Fisches Nachtgesang | Galgenbruders Frühlingslied | Das Hemmed | Das Problem
II: Die Trichter | Der Tanz | Das Knie | Der Seufzer | Bim, Bam, Bum | Das ästhetische Wiesel | Der Schaukelstuhl auf der verlassenen Terasse | Die Beichte des Wurms | Das Weiblein mit der Kunkel | Die Mitternachtsmaus | Himmel und Erde | Mondendinge
III: Der Gingganz und Verwandtes: Der Gingganz | Der Lattenzaun | Die beiden Flaschen | Das Lied vom blonden Korken | Der Würfel | Kronprätendenten | Die Weste
IV: Philantropisch | Der Mond | Die Westküsten | Unter Zeiten | Unter Schwarzkünstlern | Palmström | Der Traum der Magd
V: Das Nasobēm | Anto-logie | Die Hystrix | Die Probe | Im Jahre 19000 | Der Gaul | Der heroische Pudel | Das Huhn | Möwenlied | Igel und Agel | Der Werwolf | Die Fingur | Km 21 | Geiß und Schleiche | Der Purzelbaum | Die zwei Wurzeln
Aus vorherigen Ausgaben ausgeschiedene Gedichte: Schlachtgesang | Wer denn? | Der Nachtschelm und das Siebenschwein oder Eine glückliche Ehe | Der Walfafisch oder Das Überwasser | Der Igel | Die beiden Esel | Das Fest des Wüstlings | Die Schildkrökröte | Der Steinochs | Das Wasser | Die Lampe | Klabautermann | Die Luft | Der Hecht | Tapetenblume
Vorreden aus vorherigen Ausgaben: Vorrede zur dritten beziehungsweise ersten Auflage | Vorrede zur ersten und dritten beziehungsweise vierten Auflage


 

 

Humoristische Lyrik | Vorreden und Anmerkungen
Vorreden: Galgenberg-Katechismus oder Das mystische Gesetzbuch der Begriffe | Drei Vorreden | Galgenberg | Die Geschichte | Galgenberg (Fragment einer Vorrede) | Aus einer Vorrede | Wo Geist und Torheit recht sich gattet | Entwurf einer Einleitung | Wir leben nicht mehr in der Zeit des Verfalls | Versuch einer Einleitung | Fragmente | Eine Kritikervorlage als Vorwort | Fragment I | Zur dritten bzw. ersten Auflage | Fragment II | Vorwort zur IV. Auflage des Gingganz | Zur ersten und dritten bzw. vierten Auflage | "Ein Brief als Einleitung"
Anmerkungen: Sehr geschätzter Herr Morgenstern! | Nachrede, Vorbemerkung zu den Anmerkungen | Ein Zwischenwort als Nachwort zur Vorbemerkung | Bundeslied | Galgenbruders Lied an Sophie, die Henkersmaid | Das Gebet | Das große Lalulā | Der Zwölf-Elf | Das Mondschaf | Der Rabe Ralf | Fisches Nachtgesang | Das Hemmed | Das Problem | Das Knie | Der Seufzer | Bim, Bam, Bum | Der Schaukelstuhl auf der verlassenen Terasse | Die Mitternachtsmaus | Himmel und Erde | Mondendinge | Der Gingganz | Der Lattenzaun | Die beiden Flaschen | Das Lied vom blonden Korken | Der Würfel | Die Weste | Der Mond | Die Westküsten | Unter Zeiten | Unter Schwarzkünstlern | Die Hystrix | Möwenlied | Die Fingur | Der Walfafisch oder Das Überwasser | Die Luft | Die Zirbelkiefer


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 3, S. 61und 298
Vertont von
Peter Appenzeller | Dieter Bäumle | Johannes Bornmann | Paul Graener | Sofia Gubaidulina | Jan Koetsier | Augustinus Franz Kropfreiter | Trio Exvoco
Englische Übersetzung
The Prayer
Französisch Übersetzung
La prière
Ungarische Übersetzung
Imádság
Illustriert von
Hans Reyersbach
Gesprochene Version
The media player is loading...

Das Angebot stammt von: vorleser.net

Interpretation

Interpretation von Dana Barta (http://www.mtholyoke.edu/~dabarta/index.html):

Für Morgenstern ist die tiefe Nacht der Ewigkeit ein Beschützer der Geschöpfe des Waldes. Das Wortespiel: "hab acht! Halb neun!", die Zählung der Stunden bis Mitternacht, scheint ein Angstespiel zu sein, aber es ist auch komisch. Wenn die Uhr Mitternacht schlägt, fuelen sich die kleinen Tiere sicher und schlafen ein.

Die Nacht und die Tiere sind personifiziert; die Nacht stellt eine schützende Gottheit dar und die Rehe sind treue Untertanen, die Schutz brauchen.

Es ist komisch, besonders im Vergleich zu Nietzsches Gedicht, weil Morgenstern auf die tiefe, philosophische Bedeutung Nietzsches verzichtet, und auf sich den Selbsterhaltungstrieb der Tiere konzentriert. Auf diese Weise beschreibt Morgenstern den Menschen als ein Geschoepf, das von Instinkten getrieb wird, waerend Nietzsche Homo Sapiens beschriebt.

Morgensterns Mensch findet seine Ruhe nur in der Dunkelheit der Nacht, nicht in dem Licht des Wissens.

Quelle: http://www.mtholyoke.edu/~dabarta/germ/gebet.html