Den russischen Revolutionären

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Brüder und Schwestern

Dem Tage fern, wie fern politischem Getrieb,
nur etwa so wie einer, der sein Turmgemach
abschreitet und bei jedem zehnten Schritt
einmal ans Fenster kommt und einen Blick

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hinunterwirft, doch manchmal hält es ihn und fasst ihn
wie Krampf und schluchzend wallt ihm Liebe auf
und Haß und jede Regung aufgerührter Menschlichkeit-
so vor dem Fenster meiner Einsamkeit
bin ich bei jedem zehnten Schritt bei euch.

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Und Hass, unbändiger Hass, wie der nur hassen kann,
der sich im Feind haßt, sein, als des Gotts,
noch dumpf im Starrsinn widerstrebend Teil,
und Liebe, wie nur der die Menschen liebt,
dem sie nicht außer, dem sie in ihm sind.

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hält fest vor eurem Volk mich wie ein Krampf.

 

 

Lyrik | Gedichte aus dem Nachlass Teil 6
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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 1, S. 664