Der überzählige Tag

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Wer hätte sich nicht schon in einem Tag geirrt!
So glaubt' ich heut der Woche ersten Werkeltag
und seh und höre, daß erst - Sonntag ist.
Mir wird, als gab man mir den Tag zurück:

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"Behalt ihn Freund, verkauf ihn auf dem Markt,
als Phantasieprodukt; die Wirklichkeit
hat keinen Brauch für ihn." Ich steh beschämt
mit einem Ding, das niemals war noch wird,
mit einem Balg aus eitel Irrtum; - doch

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ich war kein Dichter, wüßt ich nicht zuletzt
doch noch Verwendung für die Mißgeburt.
Ich will ihn anfüllen, diesen Geistertag,
mit allem, was ich je an Wüstem tat.
mit aller Häßlichkeit und Niedrigkeit,

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die je in mir gewohnt, aus mir geblickt...
Und so, bis an den Rand voll trüber Fracht,
verstoß' ich ihn dorthin, wo niemand haust
aus aller Wirklichkeit hinaus ins - Nichts.
Da lös' er sich im ewig Leeren auf -

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indes mich selbst, mich noch ganz Wirklichen,
der Sonn- und Sonnentag der Wirklichkeit
als neugebornen Sohn zurückempfange.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 297f.