Der Marabu

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Der Marabu, von dem es heißt,
er sei ein nachdenklicher Geist,

nimmt bei des Vollmonds hellem Brand
sehr gern ein gutes Buch zur Hand -

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und setzt die Brille auf die Nase
und liest des Nachts in der Oase.

Er denkt, es hat des niemand acht,
wodurch er so gelehrt sich macht.

Doch Burrmann folgt mit Hilfe Mogels

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dem Lebensgang auch dieses Vogels.

Hans Mogel wird, mit Leim behandelt,
in einen Marabu verwandelt.

Stativ und Apparat dazu
in einen zweiten Marabu.

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Als nun die Nacht kommt und der Mond,
erscheint der Vogel, wie gewohnt,

und hebt die Brille hinters Ohr
und zieht ein Lesebuch hervor.

Unweit zwar, an der Palme Fuß,

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sieht er zwei weitre Marabus; -

doch, da dieselben gleichfalls lesen,
versöhnt er sich mit ihrem Wesen.

Er schlägt sein Buch auf, Seite dreißig,
und liest wie immer ernst und fleißig.

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Da drückt Hans Mogel auf den Ball ...
man hört ein Klirren von Metall ...

doch weiter nichts. Die Dreie stehn
ganz still, als wäre nichts geschehn.

Nach einer Weile aber - knall! -

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drückt Mogel abermals den Ball.

Verflossen ist die nötige Zeit,
der Marabu ist konterfeit.

Die beiden falschen Marabus
verschwinden von der Palme Fuß ...

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Der echte aber spricht zu sich:
"Dies alles ist höchst wunderlich!"...

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 3, S. 441f
Illustriert von
Fritz Beblo


Gedicht ist Teil des Buches Klaus Burrmann, der Tierweltphotograph.