Der Sprachkritiker

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Ins Innre der Natur dringt kein erschaffner Geist.
Sowenig, wie ein Aar je ausforscht, wie "er heißt".

Geist ist nur Heißen; Heißt, so schrieb sich besser Geist.
Der Heißt heißt alle Ding' (doch Ding ist auch nur Heißt).

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Du suchst nach neuem Wort; so bild's doch, Philosoph!
Du bleibst so oder so Narr an der Sprache Hof.

Und schriebst du Zeichen gleich phantastisch in den Sand:
Sie wären ohne sie, die Sprache, ohn' Verstand.

Und schwiegst du ganz, so war dein Schweigen auch nur Wort.

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Erst wer auf immer schweigt, erfährt der Wahrheit Port.

Doch ist ein Trost: Es ist so "Narr" wie "Wahrheit" auch
nichts andres wie ein Wort, nichts Beßres als ein Hauch.

Sei fröhlich drum, o Mensch, von keinem Wort gebeugt,
du über allem Wort, du, was das Wort erst zeugt.

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Unvorstellbar - dies Wort, es sei dir Worts genug.
O fühltest du dies ganz, dein Leben wäre Flug,

du trügst das Haupt so stolz, als schlang ein Reif sich drum,
du frügst dir nicht mehr nach, du schrittest hoch und stumm.

Laß forschen, wem ein "Grund" den "König" erst erlaubt;

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du spürtest, wer du bist, jenseits von "weiß" und "glaubt".

Geheiligt war fortan dir alles Ich wie Du,
und deiner Weisheit fiel ein Volk von Königen zu.

Stimme aus der Stille

Noch fehlt der zwölfte Vers. Er heißt (- Ich spricht zu sich -):

25

Du zeugtest nicht das Wort; das Wort - es zeugte dich.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 282f.