Die Heulboje

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Heulboje heult in wilder Nacht.
O Meer, was bist du aufgewacht,
mondtolle Fenriswölfin!
Was schüttelst du dein schaumig Fell

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und sträubst die Haare, phosphorgrell,
ums zage Menschenschifflein?

Wo treibst du, Mutter, mit ihm hin,
Wermutter, Wölfin, die verschlingt
ihr eigen Kind im Zorne?

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O Heulen wüst - auf einmal stumm:
Jetzt wendest du den Nacken um -
da glänzt die Boje.

Ein tauchend Fass, an Ketten tief.
"Ich war's, die eurem Schlummer rief:

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Habt acht, hier geht's zur Hölle!"
Nun liegt es hinten weit im Schaum -
und winselnd trabt mit uns im Traum
weiter die dunkle Wölfin.

 

 

Lyrik | Nachlese zu Melancholie
I: Abend im Park | Sternennacht | Musik | Nacht am Flusse | Junger, blasser, feiner Knabe | Von diesem Berg | Glockensturm im Tal | Lied an die Dämmerung | Ich trat ans Fenster | Seltsam, wie dort im Spiegel | Der kann von Liebe
II: Porto fino | Bist du, Herz, nicht trunken | Zum Abschied | An Eva P. | Vor einer Postkarte
III: Monte Testaccio | Auf den Annemonenwiesen der Villa Pamfili bei Rom | Piazza Barberini
Farnesina: Venus vor Zeus | Zug der Galatea
Von Rom zu scheiden | Pabstjubiläum 1903 | Dass es nur nicht | Frage ohne Antwort | Ich bin nicht öfter groß | Tret ich zu einer Pilgerschar | Ihr übermütigen Schellenknaben | Fiesolaner Ritornelle
IV: Ein Gedicht Walthers von der Vogelweide | Im Walther-Ton
V: Einer Jugendfreundin | Er, der uns zum Gipfel führt | Zu Nieblum will ich begraben sein | Die Heulboje | Dunkler Tag | Die Sterbende | Alles gut weil alles Gott | Sieh, des Herbstes Geisteshelle | Ich will vom Menschen nicht lassen | Genug oft
VI: Nicht noch einmal - | Leben ohne Antwort | Non veder, non sentir m'è gran ventura | Verantwortung | Durch manchen Herbst | Sei bereit | Dunkler Tropfe


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 69