Einer Jugendfreundin

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(Zum Abschied von Europa)

Du warst ein reines Licht an meinem Wege,
ein Licht, darauf dem Auge wohl zu ruhn.
Und wer dir nahte, pries dein helles Tun,
und manch ein Herz genas in deiner Pflege.

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Die Gottheit, der dein Wesen ganz zu eigen,
zu Leben ward sie dir aus leerem Klang;
in deiner Seele wurde zu Gesang,
was andre ehren als das große Schweigen.

Du bliebst ein Weib, geschaffen nicht, zu treten

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in einen Kampf, den Männer kaum bestehn,
ein Weib, so schön in seinem Trieb zu sehn,
zu lieben und in Liebe anzubeten.

Das deutsche Pfarrhaus, eine stille Quelle
des Besten und der Besten unsrerWelt,

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sein Geist ist dein. Von seinem Glanz erhellt,
erfandst du dir zuletzt die eigne Helle.

Du teures Licht, mir einst so lieblich nahe, -
dass dirdes Sturmes Fittich gnädig sei!
Dass erst, wenn du dich selbst gibst freudig frei,

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Dein Gott dich von dir selbst zurück empfahe!

 

 

Lyrik | Nachlese zu Melancholie
I: Abend im Park | Sternennacht | Musik | Nacht am Flusse | Junger, blasser, feiner Knabe | Von diesem Berg | Glockensturm im Tal | Lied an die Dämmerung | Ich trat ans Fenster | Seltsam, wie dort im Spiegel | Der kann von Liebe
II: Porto fino | Bist du, Herz, nicht trunken | Zum Abschied | An Eva P. | Vor einer Postkarte
III: Monte Testaccio | Auf den Annemonenwiesen der Villa Pamfili bei Rom | Piazza Barberini
Farnesina: Venus vor Zeus | Zug der Galatea
Von Rom zu scheiden | Pabstjubiläum 1903 | Dass es nur nicht | Frage ohne Antwort | Ich bin nicht öfter groß | Tret ich zu einer Pilgerschar | Ihr übermütigen Schellenknaben | Fiesolaner Ritornelle
IV: Ein Gedicht Walthers von der Vogelweide | Im Walther-Ton
V: Einer Jugendfreundin | Er, der uns zum Gipfel führt | Zu Nieblum will ich begraben sein | Die Heulboje | Dunkler Tag | Die Sterbende | Alles gut weil alles Gott | Sieh, des Herbstes Geisteshelle | Ich will vom Menschen nicht lassen | Genug oft
VI: Nicht noch einmal - | Leben ohne Antwort | Non veder, non sentir m'è gran ventura | Verantwortung | Durch manchen Herbst | Sei bereit | Dunkler Tropfe


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 67