Epigramme, Sprüche und ähnliche lyrische Formen 231 - 240

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231

Ich bin kein Anarchist, weiß Gott,
weit eher noch Reaktionär;
ein großer König ist wie Gott.
Wenn nur einer zu finden wär.

232

O Staat! Wie tief dir alle Besten fluchen!
Du bist kein Ziel. Der Mensch muß weiter suchen.

233

Wir wollen keine Politik;
wir hassen diese Drachensaat;
wir wollen nur einen Sieg:
den über den Staat.

234

"Det frie Norge", "die freie Schweiz"
Tiraden über Tiraden!
(Eine Freiheit von etwas fraglichem Reiz -
von der übrigen Völker Gnaden.)

235

Gesellschaften

I

"Es läßt sich nun einmal nicht mehr vereinigen
mit dem 'Anstand' und 'unsrer Kultur von heute'." -
Gewiß, man wird euch gern alles bescheinigen,
aber schenkt mir die Ausdrücke, ihr guten Leute.


II

Ein Lied wird vorgesungen,
das durch sich selber ist.
Hei, plappern da die Zungen
vor Wagner und vor Liszt.
Sie reißen's schier in Stücken
eh's noch zu End' erklang;
o selig, mit Gesang
die Menschen zu beglücken.


III

Und dann zwischen all dem Gurren und Schnarren
doch auch wieder menschliches Reden und Schaun.
Denn es sind ja nicht alles Narren
und nicht immer. - O Grauen, o Graun.

236

Ich kann's, ich kann's nicht mehr ertragen,
dies artige, geleckte Sagen,
dies kluge Reden, süße Blicken -
dies Lachen, Rufen, Köpfenicken.

5

Dies Wörter- und Gedankenschniegeln,
dies eitle Sich-im-Nachbar-Spiegeln,
dies ganze falsche, hohle Treiben -
Nein, laßt uns bei uns selber bleiben.

237

Den Gesellschaftsnarren

Ihr lebt, wie's euch der Kodex vorschreibt,
und damit lebt ihr überhaupt nicht.
Ich bin ein Mensch, der auf sein Tor schreibt:
Der Mann hier folgt nicht, front nicht, glaubt nicht.

238

Eidechsenbekenntnis

Bin ich dir Symbol der Helligkeit?
Freund, mein Geist ist nichts als Schnelligkeit.

239

Ich liebe die Furche des eilenden Schiffes,
die lange gescheitelte Straße des Kieles.
Sie ist wie der Pfad des enteilenden Tages,
sie ist wie die Spur des durchmessenen Lebens.

240

An meinen Vater

O hättest du an mich geglaubt,
der du mich um ein Weib verließest!


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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S.


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