Epigramme, Sprüche und ähnliche lyrische Formen 91 - 100

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91

Daß du dein Verlangen stillst,
tummle hier dich aus.
Hier ist ein leeres Kartenhaus -
mal es aus, wie du willst.

92

Das ist's ja: Wenn der Mann so weit gediehen,
daß er die Welt im Geiste überwunden,
dann sieht er, die er liebt, noch hülflos knien
vor den Altären seiner ersten Stunden.

93

Für meine Freunde und Kenner:
Ich richte mich immer nur gegen Männer.
In Sachen der Erkenntnis kann
man das Weib nicht behandeln wie den Mann.

94

Einer Tochter

Behaupte dich,
sonst gedeihst du nimmer.
Es gilt Ich gegen Ich
überall und immer.

5

Nur die Kräftigen
schauen die Höhn -
was weinst du denn?
Ist das nicht schön ?

95

Einer jungen Lehrerin

Wenn dich Neues überwüchtigt,
lass dich's nicht zu sehr beschweren,
mehr als Wissen , das verflüchtigt,
wirst du ihnen Wesen lehren.

96

Immer radelt, immer reist,
daß nur keiner bleibe;
strampelt euch das bisschen Geist
vollends aus dem Leibe!


Illustriert von
Ruth Tesmar


97

Selig sind ...

Selig sind die geistig Armen,
denn sie stecken nie die Nase
in den Brunnenschacht des Lebens
voll gefährlich gift'ger Gase.

5

Trinken oben aus dem Becken
fromm mit Ochs und Schaf zugleich.
Und dereinst, wenn sie sich strecken,
erben sie das Himmelreich.

98

Des Schwärmers schwimmend Augenblau
bleibt Trost und Kost so mancher Frau.
Und lächelnd spricht ihr Laut- und Stumm-Sein:
"Das ist ein Mann! Der kann noch dumm sein!"

99

Wir müßen es immer wieder verschlucken,
wie zwei Weiber einander begucken.
Wir sehn uns ja wohl auch mal an -
aber so schamlos blickt kein Mann.

100

"Antisemit? Philosemit?"

Faßt es euer Horizont nicht,
daß ich Anti- nicht noch Philo-.
Meinen Hausaltar besonnt nicht
Michel, sondern Venus Milo.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 374ff.


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Der vollständige Text ist in der Stuttgarter Ausgabe zu finden.
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