Gebet

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Dich ruf ich, Schmerz; mit aller deiner Macht
triff dieses Herz, dass es gemartert werde
und, das ich bin, dies Häuflein arme Erde,
emporhält aus der allgemeinen Nacht.

5

Dich ruf ich, Menschenfreund der besten Art;
misstraue nicht, dass ich dich je verkennte;
du Schmerz, durch den uns wohl das Größte ward,
was Menschenwert von Gott und Tiere trennte.

Dich ruf ich; gib mir deinen bittern Krug;

10

und siehst du mich auch bang mich von ihm wenden;
da mir das Glück allein nicht Kraft genug ,
so hilf denn du mein Tagwerk mir vollenden .

 

 

Lyrik | Melancholie
Widmung
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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 38