Geleitwort für den 30. November

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Der Selbstlose, der aus ganzer Seele den Menschen dienen will, übersieht zu leicht, dass sein Selbst in ein niedrigeres und in ein höheres Selbst zerfällt und dass er daher nicht nur selbstlos im einen Sinne, sondern in eben dem Maße selbstvoll im andern Sinne werden sollte. Sein Selbst verlieren, heißt sich läutern, heißt seine Seele bereiten, wie einen Acker, welcher der Saat wartet. Sein Selbst gewinnen aber heißt, Frucht tragen wollen, Saat herbeisehnen, aufnehmen, hegen, reifen. Erst dann, wenn jener Selbstlosigkeit diese Selbstfülle gefolgt ist, wird den Menschen aus ganzer Seele, d. h. aus allem, was ein Mensch aus sich bieten kann (nicht nur - will), zu dienen möglich und ersprießlich sein.


Siehe Aphorismen