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Quellen und Literatur

Margareta Morgenstern (geb. 1879) starb am 21. August 1968. Der
Nachlaß, den sie in Breitbrunn (Ammersee) betreut und weitgehend
herausgegeben hatte, wurde nach Klärung der Erbfragen 1970 der
Christengemeinschaft, Stuttgart, übereignet. Er wird geordnet; der
dichterische Nachlaß wird dem Schillermuseum, Marbach, übergeben.
Zum Nachlaß: Michael Bauer (- Rudolf Meyer - Margareta
Morgenstern), Chr. Morgensterns Leben und Werk, 1933, mit vielen
z. T. später nicht mehr gedruckten Texten. Vgl. die gekürzten und
leicht ergänzten Ausgaben 1937, 1941, 1948 und 1954. In Bauers
Werk - so ist diese Quelle in unserer Studie bezeichnet - und bei M.
Beheim-Schwarzbach, Chr. Morgenstern in Selbstzeugnissen und
Bilddokumenten, seit 1964, sind Porträts, Skizzen, Spiele, Klecksographien,
Scherenschnitte, Handschriften und Druckbelege wiedergegeben.
Farbige Scherenschnitte erstmalig in Die Schallmühle, 1928,
und bei Herbert Günther, Künstlerische Doppelbegabungen, erweit.
Fassung i960. Im Gingganz, seit 1919, finden wir Vignetten Morgensterns.

Bibliographien in: A. Mack, Chr. Morgensterns Welt und Werk, Diss.
Zürich 1930; Beheim-Schwarzbach, a. a. O., und Deutsche Bücherei
Leipzig, Lit. Verz. 327. Es fehlt eine Bibliographie aller in Morgensterns
Lebenszeit verstreut gedruckten Texte. Hinweise: F. Schlawe,
Literarische Zeitschriften 1,1961; II, 1962.Titel und Anlage der Morgenstern-
Schriften sind vielfältig. Der Auswahl Die Schallmühle
folgten umgestellte, verminderte, ergänzte Ausgaben: Böhmischer
Jahrmarkt, 1938; Egon und Emilie, 1950; Der Sündfloh, DDR seit
1965; Die Versammlung der Nägel, 1969. Cassirer verlegte 1932, der
Insel-Verlag übernahm die 1938 vermehrte Volksausgabe Alle Galgenlieder;
ungeachtet des Titels fehlen zahlreiche Grotesken vor allem
aus der Schallmühle und Folgebänden. Mehrfach umgestellt, vermindert,
vermehrt wurden die Stufen (Aphorismen). Ein 1941 angezeigter
Ergänzungsband Unterwegs erschien nicht. Genutzt wurde
das 87./91. Tsd. 1951. Vgl. die Urfassung 1918, die stärker veränderte
Ausgabe Aphorismen und Sprüche, ohne Datierungen, 1960, und den
Piper-Almanach 1904/24, S. 166 ff. - Margareta Morgenstern faßte
nach vielen Einzel- und Sammelausgaben ernste und humoristische
Lyrik, um weniger Bekanntes vermehrt, mit Aphoristik- und Briefauswahl
1965 in einem Band zusammen. Es fehlt eine Edition, die
Morgensterns Publizistik, die Fragmente, Handschriften und Erstdrucke
berücksichtigt.

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Briefausgabe: Genutzt wurde die breitere Erstausgabe Ein Leben in
Briefen, 1952, hg. Margareta Morgenstern unter Mitarbeit von Moritz
Hauptmann. Zwei Datierungen wurden nach Aufführungsdaten
und der Zeitschrift Das Theater richtiggestellt. Einige andere sind
fraglich, auch Anmerkungen sind zu revidieren. Elisabeth, des Vaters
dritte Frau, starb vor Morgensterns Brief an seine Pflegemutter
Amélie v. 24. Dez. 1913, nicht im Februar 1914. Außer Bauers Werk
vgl. Die Schaubühne 1914, I, S. 417 ff.; Der Neue Merkur 1921/22,
Neudruck 1970, S. 106 ff.; Die schöne Literatur v. 15. März 1924
(Rilke-Brief); Efraim Frisch, Zum Verständnis des Geistigen, hg. Guy
Stern 1963 mit Essays über M. Bauer und Morgenstern, Briefen und
Hinweisen auf ein Konvolut teils ungedruckter Briefe (heute: Leo
Baeck Institute, New York); The German Quarterly 1964, S. 487 ff.
(G. Stern). Eine erweiterte Ausgabe ist erwünscht, wenn auch Wertvolles
verloren ist.
Chronologie: Unsere Studie nennt Entstehungsdaten nach Zitaten
und Einzeltiteln, Erscheinungsjahre nach Buchtiteln. In der Regel ist
nur die Erstveröffentlichung in einer Ausgabe erwähnt. Die Grotesken
wurden nach Bauers Werk, Erstdrucken, Briefband und inneren
Merkmalen datiert. Zeitangaben aus Stufen und Mensch Wanderer
mit Vorbehalt. Annähernd datierte Margareta Morgenstern die Epigramme
und Sprüche, 1920. Man nutze die Chronologie in der Auswahl
Meine Liebe ist groß wie die weite Welt, seit 1936, nicht in dem
Band Gedichte, seit 1959, da hierin einiges Morgensterns Angaben
in Ich und die Welt widerspricht.
Zum Einleitungskapitel: Kritisch zur Truppenbetreuung mit Morgenstern
ist R. Huelsenbeck in den Dada-Memoiren Mit Witz, Licht
und Grütze, 1957, S. 8. Zum Jugendkapitel: Sontags Erinnerungen
in der Neuen Schweizer Rundschau, NF 1953/54, S. 561 ff., vermitteln
Spottverse Morgensterns auf den Mathematikunterricht. Kayßlers
Vater (Martin, gest. um 1887) sei Hausarzt der Familie Morgenstern
gewesen. Einige Details sind unwahrscheinlich. - Kayßlers Jugendbericht
(ungekürzt): Die Christengemeinschaft 1969, S. 310 ff.
Neudruck der Kompositionen Kayßlers: Morgenstern, Heimlich
träumen Mensch und Erde, Henschelverlag seit 1967. - Marie Goettling,
geb. 25. Jan. 1862, gest. 18. Jan. 1921 (Sterbeurk. Berlin-Schöneberg).
Ihr Alter ist wiederholt falsch angegeben, richtig im Sorauer
Bericht von Ger Trud (G. Isolani): Morgenstern, Der Melderbaum,
Berlin-Wilmersdorf 1920.
Wichtige Nachweise: American-German Review 1960/61, H. 3, S.
4 ff. (A. Roy); R. Meyer, Chr. Morgenstern in Berlin, 1959; De Gids
1926, IV, S. 105 ff., S. 233 ff. (A. Jolles); J. Walter, Sprache und Spiel
in Chr. Morgensterns Galgenliedern, 1966; G. Büttner, Über die

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Wechselwirkung zwischen tuberkulöser Erkrankung und Persönlichkeit,
Diss. (Masch.) Tübingen 1953; B. F. Martin, Chr. Morgensterns
Dichtungen nach ihren mystischen Elementen, 1931; E. v. Winterstein,
Mein Leben und meine Zeit, seit 1947; J. Wihan, Henrik Ibsen
und das deutsche Geistesleben, 1925; D. E. R. George, Henrik Ibsen
in Deutschland, 1968; Reinhardt-Biographien von M. Epstein, 1918,
und H. Braulich, Henschelverlag 1969 (Programm v. Oktober 1901);
M. Osborn, Der bunte Spiegel, 1945 (bezeugt Benefiz 1901 für Morgenstern;
Brief, Handschrift); H. Greul, Bretter, die die Zeit bedeuten,
1967; Uberbrettl-Kritik 1901 in Zeitschriften; L. Spitzer, Die
groteske Gestaltungs- und Sprachkunst Chr. Morgensterns, Motiv
und Wort 1918, dazu Euphorion 1915/20, S. 639 ff. (H. Schuchardt);
1921, S. 95 ff. (Spitzer); Klemperers Essay erstmalig: Zeitschrift für
Deutschkunde 1928,8. 39 ff., S. 124ff.; La revue des lettres modernes
1954, H. 7/8, S. 1 ff. (W. Bökenkamp); W. Kayser, Das Groteske,
erstmalig 1957; C. Heselhaus, Deutsche Lyrik der Moderne, 1961;
Soergels Standardwerk; R. Eppelsheimer, Mimesis und Imitatio
Christi, 1968. Der Verfasser dankt den Bibliotheksmitarbeitern der
Freien Univ. Berlin, bes. Frau Renate Rock; verpflichtet ist er Dr.
Bella Schlesinger, Frau Sophie Schmidt, den Dramaturgen Wolf-Rüdiger
Albrecht und Jürgen Stier, Herrn Otto Luther, Herrn Rudolf
Meyer, Dr. Friedrich Michael, Prof. Guy Stern und Herrn Kurt v.
Wistinghausen.

 

 

Helmut Gumtau: Christian Morgenstern. Colloquium Verlag. 1971
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