Hans-Georg Burghardt

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  • geb. 7. Februar 1909 in Breslau, gest. 1993 in Halle/Saale
  • studierte an der Breslauer Universität Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie, gleichzeitig absolvierte er die Fächer Kontrapunkt, Komposition und Musiktheorie am Breslauer Tonkünstler-Seminar
  • 1932/33 Ablegung der Staatlichen Privat-Musiklehrerprüfung für Klavier, Komposition und Musiktheorie
  • danach freischaffend als Komponist, Pianist und Musikpädagoge
  • durch Edmund Nick, Leiter der Musikabteilung des Breslauer Rundfunks (1924-1933) erhielt er wiederholt die Möglichkeit, eigene Werke im Sender aufzuführen
  • 1938 "Schlesischer Musikpreis" für seine "Sinfonietta für großes Orchester" op. 39
  • die Pianisten Julian von Karolyi, Gerhard Puchelt und Hans-Erich Riebensahm übernahmen Werke von ihm in ihr Repertoire und machten ihn damit auch außerhalb Schlesiens bekannt
  • 1941 Ruf als Lehrer für Kontrapunkt und Komposition an das Institut für Musikerziehung bei der Universität Breslau
  • Begegnung mit der Dichterin Charlotte Dörter-Rehment (1893-1980), aus ihrer Zusammenarbeit erwuchsen mehr als achtzig Lieder
  • 1945-47 nach Vertreibung, Flucht und dem dadurch bedingten Verlust vieler Werkmanuskripte gelangte B. nach Halle und anschliessend nach Gerswalde (Uckermark)
  • 1948 entstand sein 1. Klavierkonzert, für das er den Brandenburgischen Musikpreis erhielt
  • ab 1950 am Konservatorium in Cottbus in der Lehre tätig
  • 1952 Berufung als Lektor an das Institut für Musikerziehung der Friedr.-Schiller-Univeristät Jena
  • 1964 siedelte er nach Halle über, wo er zehn Jahre lang bis zu seiner Emeritierung als Lektor am Institut für Musikwissenschaft der Martin-Luther-Universität wirkte


Zu seinem kompositorischen Schaffen:

Das kompositorische Schaffen Burghardts umfasst die verschiedensten musikalischen Gattungen, von denen sich vor allem Kammermusiken, Klavierwerke und Lieder schnell durchsetzten. Gerade im Lied konnte sich sein lyrisches Talent am besten entfalten. Neben eigenen Texten wandte er sich vorwiegend Texten von Morgenstern, Shakespeare, Eichendorff, Hölderlin, Hesse und der halleschen Dichterin Charlotte Dörter-Rehmet zu. Seine 12 Klaviersonaten, die sieben Sonatinen und viele Klavier-Einzelstücke fanden weite Verbreitung. Von den sinfonischen Werken kommt besonders seinen beiden Klavierkonzerten und dem "Doppelkonzert" für zwei Klaviere und Orchester aus der Jenaer Zeit grosse Bedeutung zu. Nicht zu vergessen sind seine instruktiven Schriften zur Musik. Burghardts Gesamtwerk enthält auch geistliche Kompositionen und zahlreiche Werke für Harmonium oder Orgel. Ausgehend von der Spätromantik, knüpfte Burghardt kompositorisch zunächst an das Werk Bruckners an. Wenn sich später auch Einflüsse Paul Hindemiths und Richard Strauss' nicht leugnen lassen, fand er doch bald seinen eigenen Kompositionsstil, der von tiefer Durchgeistigung, geschliffener Formenstrenge und meisterhafter Satztechnik geprägt ist. Er lehnte die orthodox-serielle Satzweise ab und gab sich dafür dem komplexiv-diatonischen Sekundsystem hin, das die Einengung der Dur-Moll Tonalität aufhebt und sich der Polytonalität öffnet.Typisches Merkmal seiner Musik ist ihre Gemütswärme und weithin ausstrahlende Gedankentiefe. Die anthroposophische Ideenwelt steht hinter seinen Kompositionen, wie er selbst erwähnte. Überall wird das hohe Verantwortungsbewusstsein des Komponisten sichtbar, das er in seiner Schrift "Das Dur-Moll-Problem" (1946) in die Worte fasste: "Unsere Zeit ist viel zu ernst, als dass wir es uns erlauben dürfen, die Kunst als eine Art bessere Spielerei zu betrachten. Kunst ist auch nicht für die Kunst da, sondern sie ist für den Menschen da, sie ist von Menschen für Menschen geschaffen. Kunst im tieferen Sinne ist ein Mittel der Gottheit zur Erziehung des Menschengeschlechts."


Literatur:

Kämpken, Nicole; Hans Georg Burghardt (1909-1993) - Leben und Werk, Ein Sonderweg in der "modernen" Musik; (STUDIO); ISBN 3-89564-069-7; Paperback; 240 Seiten; 83 Notenbeisp. - 24 × 17 cm; 29,70 Eur[D]


Werk bezüglich CM

Liederzyklus Neunzehn Gesänge nach Christian Morgenstern

O traure nicht!

http://www.alle-noten.de/Lieder_Heft_2_10_Lieder-Hans-Georg_Burghardt-Gesang_und_Klavier-MERSEB663/8j1xer287di?lang=de

http://www.merseburger.de/index.php?id=6346&MVS=byaqideled

Malinconia Ensemble - Werke für Klaviertrio

Quellen: