JW:SuSiCMG - Die Sprach-Spiel-Welt

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   S. 63
C.
Die Sprach-Spiel-Welt


Der zweite Teil der Untersuchung verfolgt das Ziel, die Gesamtheit der
Galgenlieder im einzelnen von der Grundsituation des weltbildenden
Sprachspieles her sichtbar zu machen. Er gliedert sich dabei in drei Teilabschnitte,
von denen die ersten beiden die verschiedensten Ansätze einer
solchen sprachlichen Weltbildung verfolgen, so daß der dritte Teil die sich
aus der Summe dieser Ansätze ergebenden übergreifenden einzelnen
Sprach-Spiel-Welten auf reißen kann. Mit der Grenze, die dabei in den
ersten beiden Teilen zwischen einem Spiel der Sprachbedeutungen und
einem Spiel der reinen Sprachelemente gezogen wird, wird allein der
Zweck einer übersichtlichen Darstellungstechnik verfolgt; diese Grenzziehung
entspricht nicht etwa einer von Morgenstern grundsätzlich geübten
Aufspaltung der Sprache in eine inhaltliche und in eine formale Seite.
Vielmehr überschneiden sich diese Grundebenen des Sprachspieles in den
Galgenliedern fortwährend (am offensichtlichsten im Spiel der Homonyme),
so daß diese Grenze fließend zu denken ist und nur da überhaupt
gezogen werden kann, wo die eine Ebene als Ansatzpunkt deutlicher als
die andere in Erscheinung tritt. Im Aufriß der einzelnen übergreifenden
Sprach-Spiel-Welten hebt sich diese rein technische Unterscheidung dann
notwendig und wesensmäßig wieder auf.

 

 

Jürgen Walter: Sprache und Spiel in Christian Morgensterns Galgenliedern. 1966
A. Frage- und Aufgabenstellung
          1. Methodischer Ansatz | 2. Abgrenzung | 3. Der Aufriß der Untersuchung
B. Die Grundsituation
     I. Die Erfahrung der Sprache:
          1. Die andere Welt der Galgenlieder: a) Das Staunen als Welterfahrung | b) Das Gefüge der Dingwelt |c) Die Destruktion der gewohnten Welt | d) Der Einbruch des gewohnten Raumes
          2. Welt und Sprache: a) Die Dinge und das menschliche Dasein | b) Das Ding-Wort | c) Die Sprache | d) Die Sprachkritik und ihre Grenzen
          3. Die Entfaltung einer sprachlichen Eigenwelt: a) Die Inkongruenz von Ding- und Sprachraum | b) Die "andere Welt" als Eigenwelt der Sprache | c) Die "absolute" Sprache
     II. Das Erlebnis des Spiels: 1. Die Phantasie | 2. Das Phänomen des Spiels | 3. Das Spiel als unmittelbarer Ursprung der Galgenlieder
     III. Das Sprachspiel: 1. Das Spiel der Sprache | 2. Die Entfaltung der Sprach-Spiel-Welt
C. Die Sprach-Spiel-Welt
     I. Das Spiel der Sprachbedeutungen: 1. Die Entfaltung des bildlichen Ausdrucks | 2. Das Spiel der Homonyme | 3. Umdeutung und Bedeutungswandel | 4. "Etymologie" und falsch angesetzte Grammatik | 5. Bedeutungslose Worte
     II. Das Spiel der Sprachelemente: 1. Das Reimspiel | 2. Das Klangspiel | 3. Sprachrhythmische Spiele | 4. Wiederholung und Gleichklang. Sprachornament und Arabeske
     III. Der Aufriß der einzelnen Sprach-Spiel-Welten: 1. Die Galgenberg-Welt| 2. Die Mondwelt | 3. Gingganz und Palma Kunkel | 4. Die Welt Palmströms
D. Versuch einer literaturhistorischen Standortbestimmung
     I. Abgrenzung gegen die Zuordnung zu scheinbar gleichgerichteten Literaturströmungen: 1. Die Literatur des Grotesken | 2. Literarischer Manierismus | 3. Die Literatur des Komischen und des Humors
     II. Aufriß einer Tradition der Galgenlieder:
          1. Das Sprachspiel in vor- und unliterarischen Formen: a) Das Kinderlied | b) Eulenspiegel | c) Der Nonsense
          2. Literarische Erscheinungen des Sprachspiels: a) Johann Fischart | b) Die Barocklyrik | c) Clemens Brentano | d) Der Dadaismus und Hans Arp
     III. Ergebnisse
E. Die Sprachwelt der Galgenlieder Christian Morgensterns und die Bildwelt Paul Klees|Schlußbetrachtung: Die Sprachwelt der Galgenlieder Christian Morgensterns und die Bildwelt Paul Klees
Literaturverzeichnis


Fußnoten