Ode

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O Sonne, Sonne, gieße die goldne Glut,
die segnend heilige, über die keusche Flur,
   o küss' ihn auf, den Traum der Schönheit,
      ruf ihn aus den Tiefen empor ins Leben!

5

Verschwiegnen Ahnens harren die Wälder dein,
die jungen Wiesen schauen dich tränenfeucht
   durch Wolkenschleier an, des Stromes
      Wellen begehren dein Bild zu spiegeln.

In tiefer Sehnsucht wartet das Menschenherz

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auf Lenz und Licht, auf Blüten- und Liederpracht,
   durch seiner Gottheit ewgen Tempel
      wieder zu wallen in sel'gem Schauen.

O Sonne, segne Wälder und Wiesen all,
und spiegle dich in Welle und Menschenherz,

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   und in des Dichters Brust entfessle
      glühende Lieder von Lieb' und Schönheit!

 

 

Lyrik | Gedichte aus dem Nachlass Teil 1
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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 1, S. 528f.