Schauder

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Jetzt bist du da, dann bist du dort.
Jetzt bist du nah, dann bist du fort.
Kannst du's fassen? Und über eine Zeit
gehen wir beide die Ewigkeit

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dahin - dorthin. Und was blieb? ...
Komm, schließ die Augen, und hab' mich lieb!

 

 

Lyrik | Melancholie
Widmung
Zeit und Ewigkeit | Im Tal von Arosa | Nachts im Wald | Abend im Gebirge | Der Giebel | Neuschnee | Erinnerung an Wolfenschiessen | Ebenengewitter | Traumwald | Nebelweben | Du schlankes Reh | Nebel am Wattenmeer
II: Bezauberung | Evas Haar | Ein Rosenzweig | Schauder
III: In der Sistina | Vor den Fresken der Appartamenti Borgia | Bei der Pyramide des Cestius
Papstjubiläum 1903: Historische Momente nennt's die Menge | Doch haben sie noch ganz die Liebe | Welch glänzender Theatercoup | Angelsachsen | Mönche | Man kennt sich | In den Kirchen | Leo XIII.
Fiesolaner Ritornelle
Aus einem Zyklus: Berlin: Berlin | Junge Ehe | Draußen in Friedenau | Die Allee | Bild aus Sehnsucht | Herbstabend | Der Gärtner
Aus zwei geplanten Büchern: Ein Gedicht Walthers von der Vogelweide | Ein Kindergedicht
VI: Vor dem Bilde meiner verstorbenen Mutter | An P. B.-H. | An E. S. | Sie und Er | Reinheit | Die Primeln blühn und grüßen | Wein und Waffe | Goethe | Tolstoi | Für viele
VII: Schlummer | Schweigen | Gebet | Das Licht | Unheimliche Zeitung | Immer wieder | Sprüche | Worte | Wachsende Unsicherheit | Lehre | In so vielem | Γνώθι σεαυτόν | Dankbarkeit und Liebe | O Freunde, liebt mich nicht | Ewiges Einerlei | Verwunderung | Tragikomödie des Phantasten | O ihr | Die Sonne grübelt nicht | Schule | Es martert dich | Die Lösung ist | Nietzsche | Suprema lex | Je nachdem | Vom neuen Reich | Zu Russischem und Weiterem | Allen Knechtschaffenen | Freiheit | Gelehrte | Moderne Ästheten | Ein Münzen-Bild | Einen Einzelnen abschätzen | Hirn als Mechanismus | Wie süß ist alles erstes Kennenlernen | Walther von der Vogelweide | An Dostojewski | Zum täglichen Leben | Schach, das königliche Spiel | In Wald und Welt | Ein ander Mal | Der Specht


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 17
Vertont von
Peter Kreuder | Ernest Vietor | Felix Weingartner
Interpretiert von
Gert Fröbe


In Zeile 4

gehen wir beide die Ewigkeit

könnte man ins Stocken geraten und meinen, dass ein Wort fehlte und

gehen wir beide in die Ewigkeit

heißen müsste. Da die erste Ausgabe von Melancholie von CM selbst redigiert wurde, ist dies nicht anzunehmen.

Ein Fachmann meinte folgendes dazu :"Morgensterns Formulierung ist ungewöhnlich (ein Recht des Poeten), aber man kann die fragliche Zeile so verstehen: Und über eine Zeit gehen wir beide (durch) die Ewigkeit dahin – dorthin. Vielleicht so: Wir gehen innerhalb der Zeit eine Ewigkeit dahin und dorthin. Es geht ja um eine Lebensbegegnung mit einem Menschen, die nur ihre Zeit gedauert hat, die aber Ewigkeitscharakter hat."