So fallen Wanderschwalben (o. T.)

Aus DCMA
Wechseln zu: Navigation, Suche
       

 

So fallen Wanderschwalben wohl zu Rast
auf eines Seglers Topp und Wanten ein
und lassen säumig Reise Reise sein
und sitzen wandermüd auf Rah und Mast -

5

Und doch ist ihre Säumigkeit nur Schein;
sie fühlen's wohl: Wir sind hier nur zu Gast,
wir sind dir, Schifflein, nicht gar lang zur Last
und lassen dich bald abermals allein -

Wie Liebe manchmal, ihrer selber müd,

10

ein Weilchen ausruht, wo's gerade kommt,
auf ihrem Flug nach ihrem ewigen Süd...

Sie ahnt, daß ihr ein wenig Rast nur frommt,
doch dünkte sie sich selbst gestorben fast,
sie weiß, daß ewig Leben in ihr glüht.

 

 

Lyrik | Gedichte aus dem Nachlass Teil 7
Geschenke von und an | Nach Herausgabe eines neuen Opus | Ihr kennt sie nicht | Vorbei! | Ihr faht mich nicht | Der Sprachkritiker | An Fritz Mauthner | Vergangenheit - was ist das doch | Ecce Germania | Schmerzliche Täuschung | An Lotte O. | Du wunderliches Kind | Deus ait | Ich ward vom Leben | Gebet Sindbads, des Lastträgers | Die ihr am Leben leidend lebt | Gib mir eines deiner Kissen | Muß es sein | Unsern "Neutönern" | Trinklied | An Kurt Friedrich, Sommer 1907 | Von Freibergen | Über Richard Dehmel. Fragmente | Eine Threnodie auf den Doktor - nicht den Dichter - Dehmel, als ich seine neuen "Verwandlungen der Venus" gelesen | Der überzählige Tag | Ein Traum | Ein Goyascher Alpdruck | Woran du glaubst | O meine Zeit | Ich schlief | Wilhelm Busch an Marcelle Tinayre | Geliebter Traum | Mir graute schon | Der Täufer | Ein Christus auf jedem Erdensterne | Wer kann schlagen | Am Rande der Epoche sitzt | O wenn ihr wüßtet | Mich ekelt all dies | Ich wuchs in einem harten Alter auf | Was blutest du mir | Frau und Dichter | Ja, in dem Winkel des Munds | So fallen Wanderschwalben | Mädchenwünsche | Was aus des Blutes Brunnen | Schon lange wurmt's mich | Ihr ewigen Mächte | Ich zeichne nicht | Der raisonierende Gemeinplatz


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 307