Totes und lebendiges Licht

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44. Totes und lebendiges Licht

Am 27. Januar konnte man, nun das elektrische Licht so allgemein

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verbreitet ist, recht sehr das Unkünstlerische all dieser Beleuchtungseffekte
erkennen. Daran sind nicht die Veranstalter
schuld, sondern der starre, nuancenlose Charakter des Glühlichts.

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Auch die feinste Färbung der Birnen und die geistreichsten
Arrangements können die lebendige Flamme nicht ersetzen.
Eine einzige Pechfackel wirkt grandioser als das bunteste Gepränge
von Glühlämpchen. Denn die Fackel lebt, redet, atmet,

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verzehrt sich sichtbarlich selbst, sie wechselt beständig ihr Feuer
und ihr düsterer Rauch ist dem züngelnden Purpur eine prächtige
Folie. Das Glühlicht daneben macht einen toten Eindruck.
Es hat kein Leben in sich selbst, es ist seelenlos, sobald der Finger
drückt. Und darum ist es unkünstlerisch im höchsten Grade,

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prosaisch, praktisch, nüchtern wie die Menschen, die mit ihm
Staat machen.

 

 

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Kommentar

Rezension für die Zeitschrift "Der Kunstwart"

Quelle: Stuttgarter Ausgabe: Band 6, S. 119f.