VI. In jagendem Wolkenboot (o. T.)

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VI.

In jagendem Wolkenboot
scheidet Weltkobold
mit seinem Lieb
von dem Sterne.

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Bis an die Grenze
der Atmosphäre
trägt ihn willig
das dunkle Gefährt.
Dort aber ruft er

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seinem feurigen Leibross
Kometa.
Und schon braust es heran.
die Funken stieben,
Mähne und Schweif

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schleppen goldsträhnig nach.

Der Gott aber stößt
das Boot zurück,
dass es zerbrochen
die Räume

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hinunterstürzt,
und springt,
sein Mädchen im Arm,
hinauf auf den Rücken
der treuen Stute.

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Heißa!
Das ist ein Ritt!
Aber nicht lange!
Wehe, Weltkobold,
verliebter Wicht,

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hast du vergessen,
dass die geborgte Gestalt
eben - geborgte nur ist
[bricht ab]

 

 

Lyrik | Zyklus: Der Weltkobold
Motto | Im Mund die Abendzigarette | Aller Ort' | Weltkobold ist verliebt | Maria, eines Tischlers Töchterlein | Durch die Gassen geht der Abend | Die Nacht ist tief geworden | Vertrau mir, Kind | In jagendem Wolkenboot | Weltkobold im Land der Bärenhäuter, Fassung I | Weltkobold im Land der Bärenhäuter, Fassung II | In seiner Hängematte liegt der Gott


Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 1, S. 435