Wie vieles muß zugrunde gehen (o. T.)

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"Wie vieles muß zugrunde gehn,
damit ein Weniges gedeiht!"
So mochten wir die Welt verstehn,
so ward uns alles Leben leid.

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Und mancher wurde hart und kalt
und sprach: "Ich schaue nur ein Spiel,
worin Natur sich tausendfalt
gefällt und ewigher gefiel."

Doch nichts vergeht und nichts verdirbt;

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denn was da ist, ist Geist zugleich,
und wo ein Leib dem Blick erstirbt,
da tauscht sein Wesen nur ein Reich.

Zerfall ist nicht Zerfall, Vergehn
ist nicht Vergehn! Ganz endelos

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ist alles Todes Auferstehn
im todeslosen Gottesschoß.

Ja, vieles geht zu Grunde, und
nur weniges ersteht, besteht;
doch komm dem "Grunde" auf den Grund:

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Es ist Dein Grund, zu dem es geht.

Was unerlöst hinunterfällt
ins "N-ich-ts", was noch "verstoßen Kind",
ist Nicht-Ich-Welt, Noch-Nicht-Ich-Welt,
ist - Grund, drauf, drin, dadurch wir sind.

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Doch einstmals ruhet aller Grund
in uns erlöst von Fluch und Bann
und ist von Gott mit uns im Bund
an Kindesstatt genommen an.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 2, S. 259f.