Wilfried Hiller

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Wikipedia:Wilfried Hiller


Werk bezügl. Morgenstern

Heidenröslein

Ein bürgerliches Drama in drei Akten nach „Ecce civis“ von Christian Morgenstern. Eingerichtet und instrumentiert von Wilfried Hiller nach Volksliedvertonungen und dem „Rosenwalzer“ von Johannes Brahms (1996)

Auftragswerk des Theaters der Stadt Trier

Personen: Sie • Sopran – Er • Tenor – Einige Sprechstimmen und weitere, meist stumme Han-delnde: Ein Diener • Drei Zigarren • Zwei Zigaretten • Eine Kiste Zigarren • Eine Schachtel Zi-garetten • Ein mit zwei Kuverts gedeckter Tisch • Eine große gedeckte Gesellschaftstafel • Ein Tablett mit Kaffeegeschirr • Ein Stück Torte • Ein Tablett mit Bier • Parfümflaschen, Tüten mit Konfekt, Löffel, Messer, Gabeln, Kohlenschaufeln, Schnapsservice, große und kleine Brotkör-be, Korkenzieher, Zuckerdose etc. nach Bedarf und Belieben

Instrumentalbesetzung: 0 • 0 • 2 • 0 – 0 • 0 • 0 • 0 – Str. (1 • 1 • 1 • 1 • 1) Es empfiehlt sich, Geräusche und Sprechtexte von einem Band zuzuspielen.

20’

Uraufführung: 29. Oktober 1997 Trier, Theater der Stadt Trier • Dirigent: Sebastian Laverny • Inszenierung: Heinz Lukas-Kindermann • Ausstattung: Susanne Thaler (zusammen mit der Uraufführung von Die Geschichte von dem kleinen blauen Bergsee und dem alten Adler)


„Sah ein Knab ein Röslein stehn …“ Kann die Liebe eigentlich als Spiel aus einer Laune der Situation erwachsen? SIE hat das Nachsehen: Wenn die stolze Eroberung erst einmal öffentlich geworden ist, wird das schöne Experiment des verführerischen Augenblicks für IHN schnell Schall und Rauch. IHR bleibt die Erinnerung an eine Sache, die längst zerbrochen und zu Ende ist, und IHM die Bestätigung, als wilder Knabe genauso zu handeln. „So muss es eben leiden, das Röslein auf der Heiden.“

(zitiert nach: Programmheft der Trierer Uraufführung, Theater Trier, Spielzeit 1997/98, Heft 3)

"Ich hatte Morgensterns bürgerliches Miniaturdrama ‚Ecce civis’ ursprünglich für Sänger auskomponiert, merkte dann aber sehr bald, dass das nicht die adäquate Form für diese Dialoge war. Wie singt eine Zigarette, wie teilt sich ein Bierglas mit? Schließlich kam ich auf die Form des ‚bebilderten Hörspiels’ mit Liedbegleitung. Was Morgenstern in seinen wenigen Zeilen nur andeutet, ist in den Volksliedbearbeitungen von Brahms wunderbar auskomponiert. Ausgehend vom ‚Heidenröslein’ machte ich mich auf die Suche nach weiteren Rosenliedern in seinen überreichen Vokalzyklen. Durch die Abstraktion der szenischen Mittel, ihre Reduzierung auf agierende Requisiten bekommt die Musik einen neuen Stellenwert. Man sieht Brahms durch die Brille von Morgenstern. Die Collagierung seiner ‚Rosenlieder’ mit dem Morgenstern-Text fügt beidem neue Dimensionen hinzu, beides wird verfremdet, die Erwartungshaltung gestört.“

(Wilfried Hiller, Auszüge aus einem Gespräch mit Anja Gewalt, zitiert nach: Programmheft der Trierer Uraufführung, Theater Trier, Spielzeit 1997/98, Heft 3)

Morgenstern-Liederbuch

Noten sind in:

  • Christian Morgenstern - Kinderliederbuch, Musikverlag Max Hieber, München, 1994, ISBN 3-920456-18-1

abgedruckt und im Archiv vorhanden.

Parallel zum Buch existiert eine Einspielung der Lieder auf CD